Datum: 27.02.2026
Ort: Heiliggeistkirche im Dominikanerkloster · Frankfurt am Main
In der vergangenen Woche haben wir als Evangelische Indonesische Kristusgemeinde Rhein-Main gemeinsam mit der Ev.-luth. St. Paulsgemeinde und dem Evangelischen Stadtdekanat Frankfurt und Offenbach Pfarrerin Andrea Braunberger-Myers aus ihrem Dienstauftrag in Frankfurt verabschiedet.
Der Gottesdienst in der Heiliggeistkirche war geprägt von großer Wertschätzung und vielen persönlichen Momenten. Für uns als JKI/Evangelische Indonesische Kristusgemeinde Rhein-Main war dieser Abschied besonders bewegend, weil unsere Gemeinden über Jahrzehnte eng miteinander verbunden sind – durch geteilte Räume, durch gemeinsame Feiern und durch eine Nachbarschaft, die über die Jahre weit über das Organisatorische hinausgewachsen ist.
Begegnungen, die bleiben
Viele von uns erinnern sich an die gemeinsamen Jahre im alten Gemeindehaus Römerberg 9: an Feste, an Begegnungen und an die kleinen, oft unscheinbaren Dinge, die Gemeinschaft ausmachen. Ebenso prägend waren die Waldgottesdienste und Neujahrsgottesdienste – und nicht zuletzt das unkomplizierte gemeinsame Grillen im Hof, bei dem man sich jenseits von Terminen und Zuständigkeiten einfach als Menschen begegnet ist.
Ein besonderer Abschnitt war für beide Gemeinden die Zeit rund um den Umzug und die Vorbereitungen bis zum Einweihungsfest im gemeinsamen Evangelischen Gemeindehaus „Hinter dem Lämmchen“. Diese Phase war für viele von uns nervenaufreibend – und zugleich ein Moment, in dem wir gegenseitige Unterstützung ganz konkret erlebt haben.
Empfang auf dem Primus-Schiff und Tanz aus Kalimantan
Im Anschluss an den Gottesdienst fand ein Empfang auf dem Primus-Schiff statt. Unser Vorsitzender überbrachte ein Grußwort und überreichte gemeinsam mit unserer Pfarrerin einen großen, bunten Blumenstrauß als Zeichen des Dankes.
Ein Highlight des Abends war der Auftritt der Tanzgruppe Pesona Indonesia & Friends, die mit einem Tanz aus Kalimantan einen farbenfrohen, lebendigen Beitrag gestaltet hat – ein Ausdruck unserer indonesischen Kultur und zugleich ein Zeichen dafür, wie vielfältig Kirche in Frankfurt gelebt wird.
Grußwort unseres Vorsitzenden (Wortlaut):
Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Frau Pfarrerin Andrea Braunberger-Myers,
liebe St. Paulsgemeinde,
sehr geehrte Vertreterinnen und Vertreter des Evangelischen Stadtdekanats Frankfurt und Offenbach,ich spreche heute als Vorsitzender der Evangelischen Indonesischen Kristusgemeinde Rhein-Main – und ich freue mich, dass ich unserer Gemeinde hier ein paar Worte mitgeben darf.
Frau Pfarrerin Braunberger-Myers hat 1988 ihren Dienst in der St. Paulsgemeinde aufgenommen. Das ist eine Zeitspanne, bei der man nicht mehr von „ein paar Jahren“ spricht, sondern von einem wirklich prägenden Abschnitt – für die Gemeinde, für die Stadt und auch für uns als Nachbargemeinde.
Denn unsere Gemeinden teilen seit sehr vielen Jahren Räumlichkeiten. Und das ist eben nicht nur „wir sind im gleichen Gebäude“, sondern das ist über die Zeit eine echte Nachbarschaft geworden.
Wenn ich an diese lange gemeinsame Zeit denke, dann denke ich nicht zuerst an Organigramme oder Raumpläne, sondern an ganz konkrete Momente: an unsere gemeinsamen Feste im alten Gemeindehaus Römerberg 9. An die Waldgottesdienste und die Neujahrsgottesdienste. An das gemeinsame Grillen im Hof – so schlicht, und trotzdem so verbindend.
Und ich denke auch an die nervenaufreibende Phase, bis es endlich so weit war mit dem Einweihungsfest in unserem gemeinsamen Evangelischen Gemeindehaus „Hinter dem Lämmchen“. Das war eine Zeit, in der man gemerkt hat: Es geht nicht nur um Räume. Es geht um Geduld, um Nerven – und um gegenseitige Unterstützung. Dass man sich hilft, wenn es eng wird. Und dass man dranbleibt, weil einem diese gemeinsame Wegstrecke wichtig ist.
Nach über 35 Jahren kann man wirklich sagen: Wir haben viel voneinander gelernt. Manches ganz unspektakulär im Alltag – wie man Dinge organisiert, wie man miteinander umgeht, wie man Situationen löst, wenn es eng wird. Und manches auch im Blick auf das, was Kirche sein kann, wenn Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen trotzdem gemeinsam Verantwortung tragen.
Und gleichzeitig merken wir: Dieses Wissen darf nicht einfach „bei denen bleiben, die schon lange dabei sind“. Es muss weitergegeben werden – an die nächsten Generationen, an neue Menschen, die dazukommen, bei Ihnen wie bei uns. Weil sich Rahmenbedingungen verändern und weil vieles gerade nicht einfacher wird. Umso wichtiger ist, dass das, was über Jahrzehnte gewachsen ist, nicht verloren geht, sondern bewusst weitergetragen wird.
Liebe Frau Pfarrerin Braunberger-Myers: Wir möchten Ihnen danken für die Art, wie Sie Ihre Rolle in dieser langen gemeinsamen Zeit ausgefüllt haben. Für Verlässlichkeit. Für Klarheit, wenn es nötig war. Und für eine Haltung, die Begegnung möglich macht – gerade auch zwischen Gemeinden, die kulturell unterschiedlich geprägt sind.
Und nun beginnt für Sie ein neuer Abschnitt: Sie werden Ihren Dienst als Pfarrerin in der Wetterau aufnehmen. Dafür wünschen wir Ihnen von Herzen einen guten Start – mit Freude an der neuen Aufgabe, mit offenen Türen und Menschen, bei denen Sie schnell ankommen können.
Ich möchte auch der St. Paulsgemeinde und dem Stadtdekanat danken, dass diese lange gemeinsame Wegstrecke möglich war und bleibt. Das ist aus unserer Sicht nicht selbstverständlich – und es ist ein starkes Zeichen dafür, wie Kirche in einer Stadt wie Frankfurt konkret zusammenarbeiten kann.
Frau Pfarrerin Braunberger-Myers: Danke für Ihren Dienst hier in Frankfurt – und danke für die gemeinsame Nachbarschaft über so viele Jahre.
Vielen Dank.
Mit Dank und guten Wünschen
Wir danken Pfarrerin Andrea Braunberger-Myers für ihren Dienst in Frankfurt, für die vielen Begegnungen und für die Wegstrecke, die unsere Gemeinden gemeinsam gehen durften. Für den neuen Dienst in der Wetterau wünschen wir ihr einen guten Start, Gottes Segen und Menschen, die sie mit Offenheit und Vertrauen empfangen.
Wenn ich an diese lange gemeinsame Zeit denke, dann denke ich nicht zuerst an Organigramme oder Raumpläne, sondern an ganz konkrete Momente: an unsere gemeinsamen Feste im alten Gemeindehaus Römerberg 9. An die Waldgottesdienste und die Neujahrsgottesdienste. An das gemeinsame Grillen im Hof – so schlicht, und trotzdem so verbindend.
